Hat Ihnen jemand empfohlen Wasserflasche, Rütteldose, Halti, Wurfketten, Sprüh- und Lufthalsbänder oder Ähnliches einzusetzen, dann lesen Sie unbedingt diesen Text!

Wenn Hunde unerwünschte und zum Teil nervige Verhalten zeigen, kann das mehrere Gründe haben. Wenn man diesen Gründen mit unnatürlichen Techniken begegnet, ist eine gewaltige Korrektur notwendig!
Wenn also ein Hund Probleme mit anderen Hunden hat, seinen Hundehalter zum Beispiel mit übermässigem Bellen oder Leinenzerren usw. nervt, empfehlen einige Hundetrainer Wasserflasche, Rütteldose, Halti, Wurfketten, Sprüh- und Lufthalsbänder usw.

Meiner Meinung nach sind das die billigsten Hilfsmittel der Verzweiflung um einen Hund „ruhigzustellen“.

Das heisst, wenn der Hund sich nicht so verhält, wie der Mensch das von ihm verlangen, wird er sanktioniert. Ohne Rücksicht zu nehmen auf seine Vorgeschichte und seine Gefühlswelt. Und dies in Anbetracht der Tatsache, dass im Grunde die Ursache von solch „unschönen Verhaltensweisen“ der Hundehalter selbst ist, der in den Augen seines Hundes inkompetent ist, ihn allein dastehen lässt und nicht führt.

Der Hund reagiert ja nicht mit Bellen, Leinezerren usw. um den Halter oder die Menschen zu ärgern, sondern, weil er das Gefühl hat, er müsse etwas selber regeln. Er ist GESTRESST! Das ist seine Überlebensstrategie!

Nun bindet man ihm einfach ein Halti um (was übrigens in Nordrheinwestfahlen als MAULKORB gilt!). Das kommt jedesmal, wenn man es einsetzt, einem SCHNAUZENGRIFF unter Hunden gleich und ist höchst unangenehm. Klar, will jeder Hund diesen Schnauzengriff VERMEIDEN. Er wählt für sich das GERINGERE ÜBEL. Innerlich aber, hat der Hund immer noch diese höchst unangenehmen Gefühle und riesigen Stress! Jetzt hat er aber zusätzlich NICHT mal mehr die Möglichkeit, diese auszuleben und abzubauen und fühlt sich von SEINEM HALTER NICHT VERSTANDEN – ALLEIN GELASSEN.

Auch die anderen Hilfsmittel sind für den Hund höchst unangenehm, reine Symptombekämpfung, völlig oberflächlich und haben mit Beziehung und der wahren Natur der Hunde absolut nichts zu tun!

Stellen Sie sich vor, Ihr Kind weint vor Aufregung! (Übermässiges Bellen bedeutet immer entweder AUFREGUNG oder LANGEWEILE). Jetzt erschrecken Sie Ihr Kind, weil Sie z.B. 2 Pfannendeckel gegeneinander schlagen. Wenn Sie Glück haben, hört das Kind mit weinen auf und weint in solchen Situationen auch nicht mehr, weil das Pfannendeckelgeräusch unangenehmer ist, als „nicht weinen zu können“! Problem gelöst? Für Sie und den Hundehalter „JA“! Für das Kind und den Hund? „Nein“! Angst oder Aufregung haben beide immer noch. Aber das Kind fühlt sich nicht verstanden von Ihnen! Genau so geht es den Hunden, denen man das Bellen oder anderes „lästiges“ Verhalten mit Wasserflaschen, Rütteldosen usw. abgewöhnt! Sie fühlen sich auch nicht verstanden und völlig allein gelassen. Immer wieder kommt es vor, dass Hunde dann im ganz normalen Alltag auf ähnliche Signale total gestresst reagieren. Manchmal reicht es, wenn sie einen Schlüsselbund klimpern hören und sie erstarren, weil der Klang sie an eine Kette erinnert, mit der korrigiert wurde. Um nur eins von vielen Beispielen zu nennen.

Denken Sie immer daran, der Hund hat einen Grund, dass er sich so verhält. Geben Sie ihm einen Auftrag und lassen Sie ihn nicht alleine dastehen!

Jetzt bellt er vielleicht nicht mehr oder zieht nicht mehr in der Leine aber innerlich ist das Problem nicht gelöst und ehrlich gesagt, das Vertrauen in sein Frauchen oder Herrchen auch alles andere als gestärkt!

Seine emotionale Welt geht unter und seinem Besitzer kann er auch nicht vertrauen…

Nehmen Sie besser den Hund „aus der Situation“ raus. Legen Sie ihn ins PLATZ usw. Machen Sie ihm ein Angebot. Je nach Situation. Beweisen Sie Ihrem Liebling, dass Sie die Situation klären und im Griff haben!

Ich weiss, dass dies mit viel mehr GEDULD und KRAFT verbunden ist. Was mir persönlich mein Hund immer Wert ist.

Sollte Ihnen in einer Hundeschule ein „Experte“ eine Korrektur mit diesen Hilfsmitteln empfehlen, dann verrate ich Ihnen hier, wie Sie damit VÖLLIG RICHTIG KORRIGIEREN:

Korrigieren Sie damit den Hundetrainer! Welches der genannten Hilfsmittel Sie dabei einsetzen, ist nebensächlich.

Jedoch das Timing ist wichtig. Wenden Sie die Korrektur beim Hundetrainer unbedingt an, bevor er Ihren Hund korrigieren konnte. Danach verlassen Sie am besten freiwillig den Platz – im Interesse Ihres Hundes und suchen sich jemanden, der Ihren Hund ernst nimmt, auf seine Natur und seine Gefühle eingeht…und Sie und Ihr Hund werden sich gut fühlen und gemeinsam den Weg in eine entspannte Zukunft gehen!

Alles Liebe!

Elisabeth Suter

Nicht die Leine hält den Hund zurück

sondern der Mensch!