Meine Familie – meine Wohlfühloase

Familie sind für mich jene, die mich so akzeptieren, wie ich bin.

In einer Familie halten sich alle an die Abmachungen inklusive Rechte und Pflichten – man hat aber auch jede Menge Spass zusammen.

Eine Familie zu sein bedeutet für mich lieben und geliebt zu werden, füreinander zu sorgen und voneinander zu lernen.

Familie setze ich gleich mit Sicherheit, Schutz und Geborgenheit – eine Wohlfühloase sozusagen.

Familie bedeutet ein Team zu sein – für immer!

Bestimmt sagen Sie sich jetzt: Schön und gut, aber was hat denn dies für einen Zusammenhang mit Hunden?!

Meine Antwort darauf: ALLES!

Mein Hund ist für mich ein vollwertiges Familienmitglied!

  • Ich nehme meinen Hund ernst und baue zu ihm eine echte Beziehung auf. Eine Beziehung, egal ob zu Menschen oder zu unserem Hund kann niemals über Hilfsmittel (Geld, Süsswaren, Leckerli, Clicker…), Kommandovielfalt oder das Zufügen von Schmerzen aufgebaut werden. Wahre Beziehung beinhaltet für mich Respekt und Vertrauen von beiden Seiten. Häufig entstehen Probleme, egal ob unter Menschen oder mit dem Hund dann, wenn auf einer oder beiden Seiten ein Mangel an Vertrauen und Respekt besteht. Ohne Respekt kann kein Vertrauen entstehen. Respekt bedeutet Wertschätzung und Achtung. Jemanden zu achten und zu respektieren heißt, den anderen als das zu sehen, was er wirklich ist. In einer Familie darf jeder so sein, wie er ist.

Könnten Hunde sprechen, würden sie sagen:

Familie sind für mich jene, die mich so akzeptieren, wie ich bin.

In diesem Punkt unterscheiden sich Hunde nicht vom Menschen! Ansonsten: Ein Hund ist und bleibt ein Hund. Mein Hund darf Hund sein. Ich “vermenschliche” ihn nie! Ich akzeptiere die Natur des Hundes, will seine Bedürfnisse erkennen und stillen und darüber ein tiefes Verständnis für den besten Freund des Menschen erlangen. Ich bin der tiefen Überzeugung: Verhaltensveränderungen beim Hund beginnen im Kopf des Menschen!

  • In einer Familie halten sich alle an die Abmachungen (Regeln und Grenzen) inklusive Rechte und Pflichten. Jemanden zu achten bedeutet auch, seine Rechte und Privilegien zu akzeptieren bzw. seine Individualdistanz einzuhalten.

 

Um es vorwegzunehmen: Ich bin überzeugt davon, dass mit antiautoritärer Erziehung Hunde nichts anfangen können. (Ob dieses Modell beim Menschen erfolgreich ist, wäre dann ein anderes Thema, auf das ich hier nicht weiter eingehen möchte.) Es gibt Hierarchien in der Familie von Natur aus. Werden sie missachtet, gibt es Probleme. Ein Kind wird genauso wie ein Hund, der keine Regeln & Grenzen erfährt, in seinem Sinne Entscheidungen treffen, die selten den Vorstellungen des Familienoberhaupts entsprechen. In einer Familie gibt es Eltern, die Familienoberhaupt sind. Sie tragen die Verantwortung für alle, die zur Familie gehören: für die Kinder, den Hund… Wer die Verantwortung hat, bestimmt am Ende auch, ist in gewissem Sinne ein wohlgesinnter Chef. Will ich meinen Hund als vollwertiges Familienmitglied ernst nehmen, fühle ich mich hier in die Pflicht genommen.

Hunde haben nämlich, im Unterschied zu uns Menschen, klarere Hierarchien.

Damit mich mein Hund aus seiner Sicht als kompetentes Familienoberhaupt erkennen kann, muss ich mich an ein paar Regeln aus seiner Welt halten. Lasse ich die ausser Acht, ist es für ihn unmöglich, soziale Ordnung zu erkennen und ich verunsichere ihn. Was ja alles andere als wünschenswert ist. So klären Hunde die Rangordnung unter anderem über Futter, die Lagerplätze und der Nähe-Distanz-Regelung. Um dies veranschaulichen zu können, muss ich den Begriff: Familie und Familienoberhaupt ausweiten. Stellen Sie sich eine Firma vor, die Grösse spielt hier keine Rolle. Jede Firma hat einen Chef. Wer stellt nun einfach sein Auto auf den Parkplatz des Chefs? Wer klaut seinem Chef in einem unbeobachteten Moment sein Sandwich vom Pult? Würden sie sich auf den Schoss des Chefs setzen? Bestimmt auch dann nicht, wenn kein anderer Platz mehr frei wäre.

Dies zeigt sehr schön, dass Respekt und Achtung ganz klar etwas mit der Einhaltung von Distanz zueinander zu tun haben. Vertrauen und Respekt setzen dann ein, sobald die Regeln und Grenzen geklärt und akzeptiert sind. Infolgedessen ist ein unauffälliger (gut erzogener) Hund eine Frage von Vertrauen und Respekt. Sind die Regeln klar, halten sich alle an die Abmachungen und sorgt das Familienoberhaupt nötigenfalls fair und für alle verständlich (für Hunde in ihrer Ausdrucksform) dafür, dass sie eingehalten werden, macht das Zusammenleben in der Familie richtig Freude!

  • Familie zu sein, bedeutet aber auch gemeinsam jede Menge Spass zu haben. Spass haben, setzt Vertrauen, Freiheit und Nähe voraus. Gemeinsam ausgelassen spielen können nur Menschen und Hunde untereinander, die sich kennen und einander vertrauen. Hunde lieben es zu raufen und Beute zu zerren. Wir spielen zusammen, weil wir zusammengehören.

 

  • In einer Familie lernen wir voneinander. Mein Hund ist mein Lehrmeister. Ich lerne von ihm seine Sprache. Er zeigt mir, worauf es in seiner Welt ankommt, welche Regeln gelten und wie Hunde diese durchsetzen. Im Gegenzug lernt er von mir, sich in meinem Alltag zurechtzufinden. Mit seiner Sprache (artgerechter Kommunikation) erkläre ich ihm meine Welt, in der er ohne mich orientierungslos wäre.

 

Ich sorge für ihn, führe ihn so, dass er mich versteht und es für ihn verbindlich ist. Auf diese Weise gebe ich meinem Hund die Möglichkeit, sich ganz natürliche an mir, seinem Menschen orientieren zu können. Das gibt ihm Ruhe, Sicherheit, Schutz, Geborgenheit und Entspannung. Es gibt für einen Hund kein grösseres Geschenk, als wenn er ein Familienoberhaupt hat, dem er, aus seiner Sicht, sein Leben voll und ganz anvertrauen kann. Genau das braucht ein Hund! Das ist seine Wohlfühloase!

Familie ist ALLES! Mein Hund und ich sind Familie füreinander – wir sind einander Wohlfühloasen!

Wir sind ein Team für immer!