Der Neurowissenschaftler Gregory Berns hat über die emotionale Bindung zwischen Mensch und Tier Erkenntnisse erlangt, die mich nicht im Geringsten erstaunen. Er kommt in einer wissenschaftlichen Studie zum Schluss:

<<…dass die meisten Hunde uns ebenso gern haben wie ihr Futter.>>

Darüber berichtete der Tages Anzeiger in einem Artikel vom Samstag, 16. September 2017.

Ich weiss, dass moderne Hundetrainingsmethoden auf Befehl – Gehorsam – Belohnung (oder Bestrafung) setzen. Das sind Deals, welche materielle Hintergründe aufweisen (Du machst das…und dafür bekommst du das…) Oder es wird am Hund herumerzogen, er-ziehen (nach menschlichem Gusto herumgeformt).

Das entspricht jedoch absolut nicht meinem Verständnis zu diesem wunderbaren und sehr sozialen Lebewesen Hund. Nüchtern betrachtet, haben Konditionierung von Tauschgeschäften mit gleichberechtigter Partnerschaft absolut nichts zu tun. Sie werden unter Hunden natürlicherweise nicht praktiziert und funktionieren nicht zuverlässig.

Partnerschaft bedeutet Reibung. Sie beinhaltet Konflikte. Jeder darf bleiben wie er ist. Gleichberechtigte Partner können sich Angebote machen, bei denen jeder für sich selber entscheidet, ob sie Sinn machen oder nicht und jeder sie demzufolge annehmen oder ablehnen darf. Leider scheuen viele diese Reibungspunkte. Wenn man jedoch bereit ist, sich darauf einzulassen, erreicht man Tiefen in der Mensch-Hund Partnerschaft, denen Futter nur im Wege stehen würde. Auf den ersten Blick tönt es verlockend, sich nicht “reiben” zu müssen. Jedoch ist meiner Ansicht nach elementar, ob natürlich, nachhaltig und erfolgreich zur Erhöhung der Lebensqualität von Mensch und Hund verholfen werden kann oder nicht. Ein Weg ohne einen einzigen Stein führt, wie jeder weiss, nicht zum Lebensglück.

Die tiefe Motivation meines Hundes, wenn er mit mir im Alltag völlig entspannt unterwegs ist, ist die, dass ich meine Konflikte gelöst habe. Dadurch hat mein Hund keine Lasten mehr zu tragen. Wir beide sind frei. Ich kann Mensch sein. Mein Hund kann Hund sein. Ein schönes Erlebnis reiht sich ans andere. Sowas ist meiner Erfahrung nach für Hunde (wie auch für Menschen) viel wertvoller als irgendwelche Jackpots und mit Futter nicht zu toppen.

Mich persönlich hat dieser Artikel sehr gefreut!

Ich hoffe, dass dieser Artikel DIR Mut macht, dir selber wieder mehr zu vertrauen und Futter als das zu verwenden, was es eigentlich ist: Nämlich NAHRUNG – nicht mehr und nicht weniger!

 

Hier kommst du zum ganzen Artikel des Tages Anzeigers:

https://mobile2.tagesanzeiger.ch/articles/59bd416aab5c371991000001

Nicht die Leine hält den Hund zurück

sondern der Mensch!

Bildquelle: Tages Anzeiger/Sonntagszeitung/ Gregory Berns mit Zen, einem Retriever-Mischling am Tomografen Foto: Dustin Chambers/The New York Tim/Redux/laif